Das römische Handelsnetz von Ainos: Ausgewählte Keramik vom Späthellenismus bis zur Spätantike

Authors

  • Asuman Lätzer-Lasar

Abstract

Die antike Stadt Ainos liegt topographisch sehr vorteilhaft im Mündungsgebiet des antiken Flusses Hebrus, der die heutige Türkei von Griechenland trennt. Zwei Lagunen – Dalyan Gölü und Taşlık Gölü – liegen zwischen der Siedlung und dem ägäischen Meer. Die vorgelagerten Lagunen begünstigen eine sichere Einfahrt in den Hafen und ein bequemes Anlegen an das Ufer. Zudem ermöglicht der Fluss eine schnelle Anbindung zum Hinterland. Diese Faktoren erleichterten den Aufstieg von Ainos zu einer bedeutenden Hafenstadt seit archaischer Zeit. In hellenistischer Zeit gehörte Ainos zum pergamenischen Königreich und wurde mit dem Testament des letzten atttalidischen Königs im Jahre 133 v. Chr. an die Römer vererbt. Über das römische Ainos, v.a. während der Kaiserzeit ist nicht viel bekannt. Bisweilen wurde postuliert, dass die Stadt verlassen und erst in der Spätantike wieder belebt wurde, als sie zum Sitz des Bischofs und zur Hauptstadt der Provinz Rhodope erhoben wurde. Die keramischen Funde sprechen gegen diese These, da sie ein weitreichendes und aktives Handelsnetz vom 1. Jahrhundert v. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. bezeugen. Es war ein großes Anliegen innerhalb des Projektes “Die thrakische Hafenstadt Ainos” die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt anhand der Keramikfunde relativchronologisch herauszuarbeiten, so dass nähere Auskünfte zur etwaigen ökonomischen Prosperität oder möglichen Rezession getroffen werden können. Aufgrund fehlender stratigraphischer Zuordnungen von Fundmaterial kann solch eine relative Chronologie sowie eine kontextuelle Auswertung nicht erstellt werden. Jedoch ist es möglich, das Keramikspektrum nach Warengattungen vorzulegen, wodurch das statische Netz der Handelswege über einen großen Zeitraum skizziert werden kann.

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Published

01/01/2016

How to Cite

Lätzer-Lasar, A. (2017). Das römische Handelsnetz von Ainos: Ausgewählte Keramik vom Späthellenismus bis zur Spätantike. Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta, 44, 707–714. Retrieved from https://archaeopresspublishing.com/ojs/index.php/RCRF/article/view/2089